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Von CAD zum emotionalen Rendering

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21.03.2023
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Emotionale Produktvisualisierung ist ein unerlässlicher Faktor für gutes Marketing. Ob Website, Social Media Content, Produktvideo oder der klassische Print – die visuelle Präsentation eines Produkts in 3D bietet vielfältige Möglichkeiten und Vorteile. 

Insbesondere dann, wenn sich Produkte und ihre Funktionen durch Fotografie oder Realfilm nicht komplett einfangen lassen. Wenn das Innenleben, Ausstattungs- oder Materialvielfalt gezeigt werden sollen. Oder wenn komplexe Funktionen und Sachverhalte erklärt werden müssen. Aber auch dann, wenn das Produkt unterschiedliche Looks erhalten soll – von der Abstraktion bis hin zum Fotorealismus.

Unterschiedliche Ausbaustufen

Je nach Einsatzzweck und Detailgrad der CAD Daten sind unterschiedliche Ausbaustufen möglich.

Die einfachste und schnellste Methode ist es, die CAD Daten zu belassen und im 3D Programm mit Materialien und/oder Texturen zu versehen. 

In der Regel ist diese Umsetzung für Detail-Renderings oder komplexe Produkte aber nicht geeignet. Denn meist enthalten CAD Daten beispielsweise scharfe Kanten, diese sehen, wenn sie gerendert werden unnatürlich aus. Auch die Unterteilung der Oberfläche (das Mesh) eines Objektes muss in der Regel angepasst werden, um Artefakte zu vermeiden.

3D Rendering – Explosionsdarstellung zum Innenleben eines Sicherungsautomaten ©Bürobewegt
Explosionsdarstellung zum Innenleben eines Sicherungsautomaten ©Bürobewegt

So kommt für fotorealistische Darstellungen und Detail-Renderings in der Regel nur die Königsklasse der Datenaufbereitung in Frage. Basierend auf den CAD Daten wird das Produkt detailgetreu und – je nach Anwendungsfall – in 3D nachgebaut (Retopo / Remeshing). Zuletzt werden Shader und Texturen erstellt und dem Modell zugewiesen (UV-Mapping). Nun können hochwertige Detailaufnahmen des Produkts gerendert werden. 

Für Film- oder Video-Content sollen bewegliche Teile animiert werden? Um das Animieren zu vereinfachen, wird für das 3D-Modell ein sogenanntes Rig erstellt, abgestimmt auf Funktionalität und die gewünschte Bewegung.

Von CAD zum fertigen Visual – Schritt für Schritt erklärt 

Grafische Darstellung – von CAD Daten zum fertigen Visual

Zunächst werden die CAD Daten ins 3D Programm importiert und auf Vollständigkeit und Detailgrad geprüft.

Im nächsten Schritt beginnt die Basis-Datenaufbereitung. Die Daten werden in Hierarchien strukturiert und sortiert. Je nach Ausbaustufe und Anwendungsfall beginnt der 3D-Artist jetzt mit dem kompletten Nachbau oder der Optimierung des Modells.

Für die weitere Ausarbeitung ist entscheidend, für was das Modell eingesetzt werden soll.

Je nach Anwendungsfall erfolgt diese in einem gängigen 3D Programm oder, für Echtzeit 3D, in einer Game Engine. Denn Shader sowie Rig sind Programm spezifisch und können nicht übertragen werden. 

Bei der Erstellung der Shader und Texturen wird der "Look" des Objektes definiert und ausgestaltet. Hier ist die eigentliche Magie versteckt, die ein Modell und somit einem guten Visual Leben einhaucht: von fotorealistisch bis abstrahiert (z.B. Comic Look, Wireframe, ...) ist alles möglich. 

3D Torte in unterschiedlichen Looks (realistisch, Comic, Wireframe)
3D Torte in unterschiedlichen Looks (v.l.n.r. realistisch, Comic, Wireframe)

Auch das Beleuchten (Lighting) des Objektes, sowie der Szenerie, trägt entscheiden zum "Look & Feel" des Bildes bei. Falls für die Content Erstellung gewünscht, werden Modell und Szene weiter ausgestaltet und dekoriert.

Noch Fragen zu Real-time 3D? Mehr Infos zu diesem Thema gibt es hier in einem eigenen Artikel.

Fazit

Eine detaillierte Aufbereitung der CAD Daten bietet mannigfaltige Vorteile. So ist das Endergebnis eine korrekte und detailgetreue Nachbildung des Produkts. Einmal aufbereitet, kann das erstellte 3D Modell immer wieder verwendet werden. Kleine Anpassungen oder Aktualisierungen stellen in der Regel kein Problem dar.

Auch ermöglicht eine gut strukturierte und detailreiche Aufbereitung Content-Erstellung in unzähligen Varianten. So können Visuals, also Einzelbilder, für Online und Print, Bewegtbild-Inhalte (vom Produkt-Teaser bis hin zu Erklärvideos) oder sogar Real-Time 3D Inhalte erstellt werden.

Die wichtigste Frage, die man sich vor Projektbeginn jedoch immer stellen sollte, sind Einsatzzweck, sowie die Häufigkeit der Verwendung eines Modells.

Interessiert? Lass uns gemeinsam herausfinden was wir aus deinen CAD Daten machen können.

Sag Servus. Say Hello. Sag Moin. Sag Grüezi.


3D Glossar

CAD Daten 2D / 3D aus einem Konstruktionsprogramm (z.B. AutoCAD, Fusion360, SolidWorks, u.v.m.), gängige Dateiformate sind beispielsweise .stp oder .stl
LightingLicht setzten, das Beleuchten im 3D Programm
Look – Aussehen und Stil eines Objektes
Real-time 3D – Echtzeit 3D, Bilder werden zur Laufzeit (in "Echtzeit") berechnet und dargestellt
Remeshing – Änderung der Anzahl, Anordnung oder Form der Polygone eines 3D Objekts
Rendering – Herausrechnen eines Bildes / Videos aus einem 3D Programm aufgrund spezieller Parameter wie Form, Materialität, Oberfläche, Beleuchtung u.v.m.
Retopo – Abkürzung für Retopologie, Neuaufbau oder Verbesserung der Polygon Struktur eines 3D Objekts
RiggingKontrollstruktur eines Modells um Animationen zu vereinfachen, z.B. bekommt das 3D Modell eines Menschen Skelettstrukturen, um es realistisch animieren zu können
Shader – definiert Materialität und Oberflächenstruktur eines 3D Objektes, um dann während des Rendervorgangs vom Computer berechnet werden zu können
Textur – Bild auf der Oberfläche eines 3D Modells
UV-Mapping – Projizieren, (Neu-)Anordnung und Anpassung der Oberfläche eines 3D Modells auf eine 2D Ebene um Texturen fehlerfrei darauf anwenden zu können
Visual – ein Einzelbild

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